Auf die medizinische Versorgung durch das KH Bad Frankenhausen kann in den nächsten Jahren keine Kasse verzichten

Es ist die Aufgabe der Krankenkassen sich Gedanken über die Finanzierung unseres Gesundheitssystems zu machen. So gab es in der Vergangenheit, gibt es heute und wird es sicher auch morgen Vorschläge für Veränderungen durch Vertreter der Kassen geben. So ist es legitim, die Frage nach der richtigen Anzahl der Krankenhäuser, der Krankenhausbetten und auch der Anzahl der Krankenkassen zu stellen. Es gibt heute noch mehr als 400 Krankenhäuser mit weniger als 50 Betten. Ist das wirtschaftlich? Insbesondere da es auch Fördermittel für die Schließung von Krankenhausstandorten geben wird. Nur was man heute abschafft, muss in den nächsten Jahren, bedingt durch die demographische Entwicklung, für noch mehr Geld wieder angeschafft werden. 

Die oberste Pflicht aller Vertreter ist und bleibt eine Gesundheitsvorsorge auf hohem Niveau, die auch für die meisten Leistungen wohnortnah organisiert werden muss. Wer sollte also die Entscheidung treffen, welche Entfernung zumutbar ist? Die Kasse, der Hausarzt, das Krankenhaus oder doch der Patient und seine Angehörigen?

Durch die immer knappere Finanzierung und Reduktion der Fördermittel sind seit Jahren die Krankenhäuser zur wirtschaftlichen Arbeit gezwungen. Was soll also der Zweck einer Streichung von Krankenhäusern sein? Qualitätsverbesserung oder nur Einsparung? Wir sollten uns also die Entwicklung der Krankenhäuser in den letzten Jahren ansehen. Seit der Wende sind ca. 20 % der deutschen Krankenhäuser verschwunden, insgesamt wurden mehr als 160.000 KH Betten reduziert. Auf der anderen Seite haben sich  die Ausgaben mehr als verdoppelt. Die Rechnung geht also nicht auf. Denn gleichzeitig ist die Anzahl der Patienten um mehr als 1/3 gestiegen, die dann nur noch in ca. 2/3 der Zeit versorgt werden. Die Verkürzung der Behandlungszeit bei gleichbleibender Qualität ist eine große Herausforderung, die durch die Leistungsverdichtung mehr Ressourcen und damit auch Geld kosten. Wenn man sich die Kostenentwicklung einmal genau ansieht, wird man bei der Verdopplung der Kosten feststellen, dass die Fördermittel in dieser Zeit um 40 % reduziert wurden und allein die Inflationsrate aufsummiert mehr als 40 % ausmachen, dazu kommt der Anstieg der Patientenzahlen um mehr als 1/3, die Euroumstellung, die Folgen des Arbeitszeitgesetzes und viele andere Faktoren. Somit bleibt eine jährliche Steigerung der Krankenhauskosten von durchschnittlich weniger als 1 % pro Jahr übrig. Dies sollten wir mal mit den Preisen im Supermarkt um die Ecke vergleichen! 

Wie würde die Versorgung im Altkreis Artern ohne das Krankenhaus in BFH aussehen? Mehr als 6000 Patienten, die sich stationär in einem anderen Krankenhaus versorgen lassen müssen. Selbstverständlich ohne Kostenübernahme für die Fahrt durch die Krankenkasse. Mehr als 3000 ambulante Operationen wo anders, aber wo? Mehr als 5000 Notfallbehandlungen in der Rettungsstelle, wo? Ab morgen kommt kein Notarzt mehr, denn es gibt ja keine Krankenhausärzte mehr und wer anders fährt nicht mit der roten Jacke und Blaulicht. Kein Röntgen mehr, kein Labor für die Hausärzte, wer seine Angehörigen besuchen will, muss auch fahren. Wer denkt denn zukünftig darüber nach wieder in den Kyffhäuserkreis zurückzukommen, wenn es eine eingeschränkte Gesundheitsversorgung gibt? Oder verlieren wir sogar noch mehr Menschen?

Wir lassen uns also nicht verunsichern. Wir haben die Zusage des Ministeriums, dass kein Krankenhausstandort in Thüringen für den neuen Krankenhausplan geschlossen werden soll. So steht es übrigens  auch im Koalitionsvertrag des Freistaates. Wir bauen aktuell sogar unsere Versorgungsstruktur aus und werden in den nächsten Jahren gezwungen, noch mehr an der ambulanten Versorgung teilzunehmen. Die zukünftige Versorgung in der Fläche ist ohne die Krankenhäuser nicht mehr darstellbar. Andere Kassen finanzieren bereits solche Projekte. In Niesky (Sachsen) finanziert z.B. die AOK solche Modelle. 

Es hilft uns nur eine offene Diskussion darüber, was sich die Politik und auch die Kassen für eine Versorgung in der Zukunft noch leisten kann und leisten will. 

Wir stehen unseren Patienten weiterhin vollumfänglich zur Verfügung und freuen uns auf Sie.

Dr. Uwe Bust

Geschäftsführer

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